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5 Schritte zum richtigen Pflegeheim

Checkliste Pflegeheim finden

Welche Wohnformen im Alter gibt es? Worauf muss ich bei der Wahl achten? Die Checkliste hilft dabei, konkrete Angebote zu vergleichen und genauer herauszufinden, welches zu den eigenen Wünschen passt.

BIVA-Publikationen

1. Die Finanzierung der Heimpflege

Pflege ist teuer – das gilt insbesondere für die vollstationäre Pflege. Daher ist zuerst zu klären, welche Finanzierungsquellen Ihnen zur Verfügung stehen. Rente, Eigenkapital
und Leistungen der Pflegeversicherung sind dabei die wichtigsten Quellen. Die Höhe der Leistungen aus der Pflegeversicherung richtet sich nach der Pflegebedürftigkeit und wird als gesetzlich festgeschriebene Pauschale unabhängig von eigenen finanziellen Mitteln gewährt. Reichen die genannten Finanzierungsquellen nicht aus, so kann Sozialhilfe beantragt werden. In Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gibt es neben dem Sozialhilfeträger auch die Möglichkeit der Unterstützung durch Pflegewohngeld.

2. Die Suche nach einem geeigneten Heim

Nach der Finanzierungsfrage müssen Sie entscheiden, an welchen Ort Sie ziehen wollen: ruhig, zentral, in der Nähe Ihrer Kinder etc.? Wenn Sie diese Fragen für sich geklärt haben, sollten Sie sich auf die Suche vor Ort begeben.
Wenden können Sie sich dabei an:
• die Pflegekassen, die über eine Pflegeheim-Übersicht mit Preisen verfügen
• die Sozial- und Altenhilfeabteilungen der Gemeinden, die oft kostenlose Informationsbroschüren mit Namen, Anschrift und Kurzbeschreibung der Heime erstellt haben
• die Seniorenvertretung Ihrer Gemeinde
• Wohlfahrtsverbände und private Träger
Wenn Sie mehrere Adressen von Heimen ermittelt haben, fordern Sie dort schriftlich oder telefonisch detailliertes Informationsmaterial mit Angaben zu Ausstattung, Service und Preis an.
Pflegeberatungsstellen und -stützpunkte müssen Vergleichslisten vorhalten und auf Verlangen der Versicherten herausgeben, die einen Überblick über das regionale Angebot hinsichtlich Leistungen und Preise bieten.

3. Die Vorauswahl der Pflegeheime

Im nächsten Schritt vergleichen Sie das Informationsmaterial eingehend miteinander. Für eine erste Vorauswahl helfen Kriterien wie Finanzierbarkeit, ausreichender Komfort und individuelle Wünsche wie Haustierhaltung. Dann können Sie auf die Checkliste zurückgreifen, die wir für Sie entwickelt haben, um einen genauen Vergleich durchzuführen. Suchen Sie aus den verschiedenen Informationsblättern und Prospekten der Heime die Informationen heraus und tragen Sie sie in die Checkliste ein. Fehlen Ihnen wichtige Informationen, so haken Sie nach und klären Sie offene Fragen bei der Besichtigung.

4. Die Besichtigung der Pflegeheime

Die Heime, die Ihnen interessant erscheinen, sollten Sie besichtigen und detaillierte Fragen vor Ort klären.

  • Vereinbaren Sie mit der Heimleitung einen Besuchstermin und lassen Sie sich alles so genau wie möglich zeigen und erklären.
  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für diesen Termin.
  • Ergänzen Sie in dem Gespräch die noch offenen Punkte in Ihrer Checkliste.
  • Nutzen Sie auch die Möglichkeit, ein persönliches Gespräch mit Bewohnerinnen und Bewohnern und/oder dem Bewohnerbeirat zu führen.
  • Fragen Sie, ob die Möglichkeit besteht z.B. das Mittagessen gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern einnehmen zu können, um sich einen Eindruck von der Verpflegung zu verschaffen.
  • Bitten Sie darum, dass man Ihnen einen Muster-Heimvertrag mit nach Hause gibt. Leistungen, die für Sie wesentlich sind, sollten im Heimvertrag angeführt sein – nur dann haben Sie Anspruch darauf. Lesen Sie deshalb den Heimvertrag genau durch. Ziehen Sie nach Möglichkeit noch eine Person hinzu. Sie brauchen bei Ihrem Besuch noch nichts zu unterschreiben – weder einen Vertrag noch eine Anmeldung! Prüfen Sie zuerst zu Hause in Ruhe den Heimvertrag und Ihre Eintragungen in dem Fragebogen.
  • Fragen Sie nach der Möglichkeit des Probewohnens. Manche Heime bieten an, dass Interessenten einige Tage oder gar Wochen im Heim zur Probe wohnen können. Eine Führung durch das Haus verschafft Ihnen nicht die Einblicke, die Ihnen ein Aufenthalt geben kann.

5. Die Anmeldung und der Heimvertrag

Haben Sie bzw. Ihre Angehörigen sich für das für Sie geeignete Heim entschieden, so vereinbaren Sie einen weiteren Termin mit der Heimleitung für die Anmeldung. Vorab sollten Sie für sich geklärt haben, ob Sie so schnell wie möglich – sobald ein Platz frei wird – ins Heim einziehen wollen oder ob Sie sich nur voranmelden wollen, mit anderen Worten: Sie ziehen erst dann ein, wenn Sie sich nicht mehr selbst versorgen können, oder zu dem Termin, der in Absprache mit dem Heim vereinbart wird. Sollten zwischen der Anmeldung und dem tatsächlichen Eintritt ins Heim mehrere Jahre liegen, empfiehlt es sich, vor dem Abschluss des Heimvertrages die Merkmale des Heims und den Mustervertrag noch einmal zu prüfen.
Wichtig ist: Die Wohnung/das Zimmer und die Dienstleistungen sollten genau beschrieben sein.

Heimvertrag prüfen lassen

Auf Versprechungen in den Hochglanz-Broschüren der Heime kann man sich im Zweifel nicht verlassen. Letztlich zählt, was im Heimvertrag steht. Wir empfehlen, den Vertrag vor Unterzeichnung von den BIVA-Juristen prüfen zu lassen.

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