Pflegeschutzbund e. V.

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Was kostet ein Platz im Pflegeheim?

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflege kostet immer auch Geld aus der eigenen Tasche
  • Die Pflegeversicherung zahlt nur einen Zuschuss
  • Die Heimkosten setzten sich zusammen aus:
    • Kosten der Pflege
    • Kosten für die Unterkunft
    • Ausbildungskosten
    • Investitionskosten
  • Im bundesweiten Durchschnitt muss ich mit einem Eigenanteil rechnen von 2.125 € im Pflegeheim

Die Leistungen aus der Pflegeversicherung reichen nicht aus, um die Pflegekosten zu decken – egal in welcher Wohnform. Sowohl bei ambulanten Wohnformen, als auch bei Pflege in einer Einrichtung müssen Sie einen Eigenanteil einkalkulieren. Die Pflegeversicherung wurde von Beginn an als Zuschuss angelegt, der nie alle Kosten abdecken soll. 

Pflegesatz / Pflegekosten

Sämtliche Kosten für pflegerische Leistungen und Maßnahmen zur medizinischen Behandlungspflege werden in den Pflegekosten, auch Pflegesatz genannt, zusammengefasst. Der Pflegesatz wird von den Einrichtungen aber nicht allein nach Gutdünken festgesetzt, sondern mit den sog. Kostenträgern, also den Pflegekassen und Sozialhilfeträgern, für die Bewohner verhandelt. Die für die Pflegeleistungen je nach Pflegestufe des Bewohners anrechenbaren Kosten werden direkt mit der zuständigen Pflegekasse als sogenannte Pflegesachleistung abgerechnet. Die Pflegekasse zahlt aber nur bestimmte, im Gesetz je Pflegestufe festgeschriebene, Sätze. Diese decken in der Regel nur einen Teil der Gesamtpflegekosten ab. Der überschießende Teil ist von den Betroffenen selbst zu tragen. Man bezeichnet die Pflegeversicherung daher auch als „Teilleistungssystem“ oder „Teilkaskoversicherung“.

Leistungen der Pflegeversicherung

Pflegegrad
Pflegesatz in €
1
125
2
770
3
1.262
4
1.775
5
2.005

Veranstaltungen

Der BIVA-Pflegeschutzbund bietet immer wieder (Online-)Vorträge zu Kosten und Finanzierung der Pflege an. Informieren Sie sich hierzu in unserem Veranstaltungskalender.

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Kosten für die Unterkunft und Verpflegung

Die Unterkunftskosten beinhalten Freizeitveranstaltungen, die Kosten für Wärme, Strom, Wasser und die Wartung. Sie sind nicht zu vergleichen mit einer Miete, sondern eher mit den Betriebskosten einer Wohnung. Die Verpflegungskosten entstehen für die gesamte Verpflegung des Bewohners. Dazu können auch z.B. Kosten für das Personal gehören, dass die Verpflegung zubereitet und anrichtet, sowie sonstige Erstellungskosten. Wird der Bewohner per Sonde ernährt, so sind geringere Kosten anzusetzen.

Nicht zu viel bezahlen: Die BIVA berät und prüft

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Beratungen zu Heimkosten im letzten Jahr
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Ersparnis und Rückzahlungen

Sonderfall Investitionskosten

Die Investitionskosten stellen die eigentliche „Kaltmiete“ dar, also die Kosten für den Wohnraum. Sie werden erhoben für die Beschaffung der Immobilie, allen anderen Anlagen und betrieblichen Gütern, wie Betten, Tische, Stühle, Küchen, aber auch Fahrzeuge etc. Hinzu kommen die Kosten für die Instandhaltung und Instandsetzung. Die Bereitstellung der Einrichtung kann durch Bau oder Kauf der Immobilie nebst Ausstattung entstehen, aber auch durch Anmietung oder Pacht. Durch die Umlage dieser Kosten auf die Bewohner wird die Immobilie refinanziert, ähnlich wie dies ein Vermieter, gegenüber seinen Mieter durch Abrechnung des Mietzinses handhabt. Genauere Informationen zu diesem Thema finden sie in unserer Broschüre Investitionskosten.

Einrichtungs-einheitlicher Eigenanteil

Durch das Pflegestärkungsgesetz II, das zu Beginn des Jahres 2017 in Kraft getreten ist, ändert sich etwas Entscheidendes bei den Kosten von Pflegeheimplätzen. Bisher ist es so, dass die Beiträge, die man selbst zu den Pflegeleistungen zuzahlen muss (Eigenanteil) mit der Pflegestufe ansteigt. Das heißt, je pflegebedürftiger man ist, desto teurer sind die Pflegekosten und umso mehr muss man anteilig selbst bezahlen, da die Pflegeversicherung nur feste, gesetzlich festgelegte Anteile je Pflegestufe übernimmt. Seit Januar 2017 gibt es dagegen einen einheitlichen Eigenanteil unabhängig vom Pflegegrad geben. Dieser wird für jede Einrichtung einzeln festgelegt und hängt von der Struktur der Gesamtbewohnerschaft ab.

Wie hoch sind die Kosten für einen Platz im Pflegeheim?

Im bundesweiten Durchschnitt lag die finanzielle Belastung eines Pflegebedürftigen in der stationären Pflege bei 2.015 € (Quelle: vdek, Grafik: Finanzielle Belastung der Pflegebedürftigen; Stand 1. Juli 2021). In dem Betrag nicht enthalten ist der Anteil der Pflegekassen, der je nach Pflegegrad zwischen 770 € (PG 2) und 2.005 € (PG 5) lag. Dabei gibt es große regionale Unterschiede. So lagen die Kosten in Nordrhein-Westfalen im Schnitt bei 2.496 €, in Sachsen-Anhalt aber bei gerade 1.539 € – bei gleichbleibenden Leistungen der Pflegekasse. Insbesondere die Investitionskosten tragen je nach Bundesland erheblich zu den Gesamtheimkosten und den regionalen Unterschieden bei. So lag der durchschnittliche Investitionskostensatz bundesweit 2021 bei 461 € monatlich, in Nordrhein-Westfalen bei 555 €, in Sachsen-Anhalt aber bei gerade einmal 292 €.