BIVA e.V.
BIVA - Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren,
das Redaktionsteam der BIVA-Informationen wünscht allen Mitgliedern, Abonnenten und Lesern besinnliche und erholsame Weihnachtstage und einen gesunden Start ins neue Jahr!
Dies sind die Inhalte der letzte Ausgabe des Jahres:

Generalistische Pflegeausbildung ab 2020: Das ändert sich
Wer kann eine Vertrauensperson im Heimbeirat sein?
10 Jahre nach Hausverbot weiter ehrenamtlich aktiv
Grobe Pflichtverletzung eines Betreuers kann zu Kündigung führen
Heimliche Videoaufnahmen im Pflegeheim teilweise zulässig
In der Altenpflege arbeiten inzwischen 16 Prozent Männer
Ernährung und Demenz: Thema für Forschung
Ärztliche Fernbehandlung in 15 Bundesländern möglich
Sachsen-Anhalt: Beschwerden bei der Heimaufsicht nehmen zu
ZQP-Report Pflege und digitale Technik
Neue Broschüre „Was ist Alzheimer?“
Dokumentation zu Gewalt in der Pflege – Erfahrungen gesucht
Das besondere Thema

Generalistische Pflegeausbildung ab 2020: Das ändert sich

Zum 01.01.2020 wird die Ausbildung von Pflegefachkräften in Deutschland reformiert. In Zukunft werden die Berufe der Altenpflege, der Krankenpflege und der Kinderkrankenpflege in einem einzigen Berufsbild der ‚Pflegefachkraft‘ zusammengefasst. Diese neue generalistische Ausbildung soll zur Pflege von Menschen aller Altersgruppen in allen Versorgungsbereichen befähigen. Ziel der Reform ist es, die Ausbildung und damit den Pflegeberuf attraktiver und zukunftsfähiger zu machen, damit der immer weiter steigende Bedarf an Pflegekräften gedeckt werden kann. Finanziert wird die neue Ausbildung durch Ausgleichsfonds auf Länderebene. Für die Auszubildenden ist sie kostenfrei und wird angemessen vergütet. Die Pflegebedürftigen müssen insgesamt mit höheren Kosten rechnen. mehr
Praxistipps für Bewohnervertretungen

Wer kann eine Vertrauensperson im Heimbeirat sein?

Menschen, die in einer Wohn- und Betreuungseinrichtung versorgt werden, haben das Recht, trotz Abhängigkeit von Dritten selbstbestimmt zu leben und ihr Leben zu gestalten. Die Möglichkeiten einzelner Bewohner, ihre Interessen und Bedürfnisse zu vertreten, sind aber aufgrund ihres Alters und/oder ihrer Behinderung häufig eingeschränkt. Daher sehen die Landesheimgesetze vor, die Bewohnerschaft durch einen gewählten Heimbeirat vertreten zu lassen. Bereits 2002 hat der Gesetzgeber die Gruppe der wählbaren Personen auf sogenannte „Externe“ erweitert. Das können u.a. Angehörige oder sonstige Vertrauenspersonen der Bewohner sein – entscheidend ist ein vorhandenes Vertrauens- oder Näheverhältnis. Leider werden solchen engagierten Ehrenamtlern in der Praxis oft Steine in den Weg gelegt, wie unser Fallbeispiel zeigt. mehr
Aus unserer Beratungsarbeit

10 Jahre nach Hausverbot weiter ehrenamtlich aktiv

Frau B. engagierte sich bereits sieben Jahre ehrenamtlich in einem südhessischen Seniorenheim, als ihr im Juli 2009 vom Pförtner ein Hausverbot mit sofortiger Wirkung und ohne Begründung übermittelt wurde. Überrascht, aber nicht überzeugt, wurde Frau B. aktiv: Sie schaltete die BIVA ein, veröffentlichte eine Anzeige im örtlichen Amtsblatt, organisierte eine Demonstration und sammelte Unterschriften gegen das Hausverbot. Schließlich wurde es tatsächlich von der Geschäftsführung aufgehoben, und Frau B. engagiert sich bis heute in dem besagten Heim.
Fazit: Mit dem nötigen Durchhaltevermögen haben die wenigsten Hausverbote tatsächlich Bestand und man kann vieles bewirken. mehr
Urteile
BIVA - Urteile

Grobe Pflichtverletzung eines gerichtlich bestellten Betreuers rechtfertigt Kündigung eines Heimvertrages

Begeht ein Betreuer schwere Pflichtverletzungen, so kann dies auch dann die außerordentliche Kündigung des Heimplatzes rechtfertigen, wenn damit eine erhebliche Belastung der betreuten Person verbunden ist. Dies entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main mit Urteil vom 29.05.2019 (Az. 2 U 121/18).
Bewohner, Angehörige, Vorsorgebevollmächtigte oder Betreuer sollten daher Beschwerden bei einer Pflegeeinrichtung in möglichst sachlicher, emotionsfreier Art und Weise anbringen. mehr

Aus der Presse
BIVA Aktuell - Was lang Waehrt

Heimliche Videoaufnahmen im Heim teilweise zulässig

Das OLG Dresden hat entschieden, dass die Veröffentlichung von heimlichen Videoaufnahmen in einem Pflegeheim teilweise zulässig ist. Die Aufnahmen aus der Sendereihe „Team Wallraff“ zeigten das heimliche Untermischen von Medikamenten durch eine Pflegekraft. Das Interesse des Fernsehsenders, auf einen offensichtlichen Missstand hinzuweisen, sei höher zu gewichten als das Persönlichkeitsrecht der Pflegekraft. Außerdem sei diese in verpixelter Form und mit verfremdeter Stimme gezeigt worden und nicht vergleichbar schutzbedürftig wie ein Bewohner.
Icon Statistik

In der Altenpflege arbeiten inzwischen 16 Prozent Männer

Der Männeranteil in eher als "Frauenberufen" geltenden Bereichen wie der Altenpflege hat in den vergangenen Jahren laut Statistischem Bundesamt zugenommen. Demnach ist im Jahr 2018 der Anteil von männlichen Pflegekräften im Vergleich zu 2012 um 2 Prozentpunkte auf nunmehr 16 Prozent gestiegen. In konkrete Zahlen übersetzt heißt das: Im vergangenen Jahr standen in deutschen Alten- und Pflegeheimen etwa 110 000 Pfleger rund 583 000 Pflegerinnen gegenüber.

Ernährung und Demenz: Thema für Forschung

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Demenz müsse mehr erforscht werden, sagte Gunter Eckert, Professor für Ernährung in Prävention und Therapie an der Universität Gießen. Studien hätten bereits gezeigt, dass eine mediterrane Ernährung – pflanzenbetont, wenig rotes Fleisch, mehr weißes Fleisch und Fisch – einen Schutz vor Alzheimer bieten könne. Auch Bewegung und soziale Kontakte spielten eine Rolle. Durch entsprechende Forschung ließen sich Grundlagen und Zusammenhänge über Demenzerkrankungen und Ernährung besser verstehen, und auch Aufklärung sei notwendig.
Patientendaten auf Tablet

Ärztliche Fernbehandlung in 15 Ländern möglich

Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern dürfen künftig Patienten auch ohne vorherigen persönlichen Kontakt via Internet, Video oder Telefon behandeln. Mit deutlicher Mehrheit stimmte die Kammerversammlung für eine entsprechende Anpassung der Berufsordnung. Diese sah bislang nur in wenigen Ausnahmefällen eine Behandlung ohne persönlichen Kontakt vor. Außer in Brandenburg ist nun also in allen Bundesländern die Fernbehandlung möglich. Der Deutsche Ärztetag hatte 2018 das Verbot ausschließlicher Fernbehandlungen gelockert.

Sachsen-Anhalt: Beschwerden bei der Heimaufsicht nehmen zu

Die Zahl der Beschwerden über Pflegeeinrichtungen in Sachsen-Anhalt ist vergangenes Jahr erneut gestiegen: 209 Meldungen gingen 2018 bei der Heimaufsicht ein – im Vorjahr waren es 137. Grund für diese Entwicklung sei laut Landesverwaltungsamt eine erhöhte Sensibilität der Bevölkerung. Die häufigsten Beschwerdegründe waren Pflege- und Betreuungsqualität, personelle Anforderungen und Hygiene. Ein weiteres Problem ist der Fachkräftemangel, denn er ist oft der Grund dafür, dass weniger Pflegeplätze angeboten werden.

Veranstaltungstipps und Veröffentlichungen

ZQP-Report Pflege und digitale Technik

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat seinen neuen Report „Pflege und digitale Technik“ veröffentlicht. Das kostenlose Buch bietet ein umfassendes Themenpanorama und geht der Frage nach, welche Rolle digitale Technik in der Pflege zukünftig spielen kann, welche Chancen, aber auch welche Herausforderungen dabei bestehen. Der Report kann kostenlos über die Webseite zqp.de bestellt und als PDF-Datei direkt heruntergeladen werden. mehr

Neue Broschüre „Was ist Alzheimer?“

Die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) will mit ihrer neuen Broschüre besser über die Krankheit aufklären. Sie bietet auf 16 Seiten einen Überblick über Ursachen, Symptome, Verlauf und Behandlung der Erkrankung. Zudem werden häufig gestellte Fragen beantwortet und weiterführende Hilfsangebote aufgezeigt. Die Broschüre kann kostenlos bestellt werden. mehr

BIVA-Intern

Dokumentation zu Gewalt in der Pflege – Erfahrungen gesucht

Für eine Reportage im öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden Betroffene gesucht, die selbst Gewalt in der Pflege erlebt haben, darüber sprechen und ihre Erfahrungen öffentlich machen wollen. Der Beitrag soll im Laufe des Jahres 2020 entstehen und circa 30 bis 45 Minuten lang sein. Interessierte können sich per E-Mail an redaktion@preuss-berlin.de wenden
Mit freundlichen Grüßen

Ihr BIVA-Team
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Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e. V.
Amtsgericht Bonn | Vereinsregister No. 3939
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