Donnerstag, 05. Juni 2014

Wussten Sie, dass es auch eine individuelle Mitwirkung gibt?

Unsere Leser werden wissen, dass es nach den Landesheimgesetzen grundsätzlich eine kollektive Mitwirkungsmöglichkeit der Bewohner durch die gewählten Beiräte gibt. Die Bewohner dürfen durch dieses Gremium in Angelegenheiten des Einrichtungsbetriebs, ihr tägliches Leben betreffend, mitwirken bzw. in einigen Bundesländern in bestimmten Bereichen sogar mitbestimmen. Die Länder Berlin, Brandenburg und Hamburg haben zusätzlich noch ein individuelles Mitwirkungsecht des Einzelnen gesetzlich geregelt. In den Bereichen „Planung und Durchführung der individuellen Pflege und Betreuung“, „Einsichtnahme in die personenbezogene Dokumentation“ sowie „Gestaltung des unmittelbaren Wohnumfelds“ darf jeder Einzelne mitwirken. Dies wurde explizit im Gesetz geregelt. Dadurch sollen die Selbstbestimmungsrechte und Eigenverantwortung der Bewohner besonders gestärkt und die Persönlichkeitsrechte geschützt werden. Außerdem ist eine Verhinderung der Intensivierung der strukturellen Abhängigkeit von den Trägern ein erklärtes Ziel. Umfasst sind all die Angelegenheiten, die den Bewohner als Einzelperson betreffen, insbesondere seine Schlaf-, Essens- und Körperpflegegewohnheiten. Besonders Bewohner von Doppelzimmern dürfte freuen, dass sie hier zwingend anzuhören sind, bevor eine neue Person in dem Zimmer einquartiert wird. Auf die Gestaltung des persönlichen Wohnumfelds ist hier besonders Rücksicht zu nehmen. Die individuelle Mitwirkung soll den Bewohnern von stationären Einrichtungen ermöglichen, ein weitgehend selbstbestimmtes Privatleben zu führen. Ihre ohnehin nach dem Grundgesetz gesicherten Rechte werden hier bewusst noch unterstrichen.