Freitag, 05. Mai 2017

Wie kann die Bewohnervertretung die Qualität im Pflegeheim sichern?

Nach der Mehrzahl der Landesheimgesetze ist es eine Aufgabe der Bewohnervertretungen bei Maßnahmen mitzuwirken, die der Förderung der Qualität der Betreuung dienen. Eine Aufgabe, die selten mit Leben gefüllt wird, weil die Beiräte und Fürsprecher / Vertrauenspersonen einfach nicht wissen, was sie dafür tun können. In Personalentscheidungen dürfen die Bewohnervertretungen in der Regel nicht mitwirken (mit Ausnahme in NRW bei Einstellung von Pflegedienstleitung und Heimleitung). Wie aber soll dann ein Einfluss auf Entscheidungen ausgeübt werden?

Die richtigen Fragen stellen

Qualität ist schwer messbar, zumal, wenn es um Betreuung und menschliche Zuwendung geht, da jeder Bewohner andere Bedürfnisse und ein anderes Empfinden hat. Theoretische Ausführungen zu qualitativ hochwertiger Betreuung gibt es zahlreich, aber es ist Bewohnervertretungen auch nicht zuzumuten, ein pflegefachliches Studium zu absolvieren, um ihren Beiratsaufgaben gerecht zu werden. Die Interessenvertreter sollten daher vor allem selbst die Augen offen halten und mit den Mitbewohnern ins Gespräch zu kommen.

  • Erhalten die Bewohner lediglich die notwenigen Grundpflegeleistungen oder steht das Personal darüber hinaus auch zur Verfügung, wenn andere Unterstützungsleistungen notwendig sind?
  • Gibt es zusätzliche Angebote für Gruppen und Einzelpersonen?
  • Sind diese Angebote auf die Bewohnerschaft und ihre Bedürfnisse abgestimmt?
  • Ist klar kommuniziert, welche Personen für welche Aufgaben zuständig sind, oder übernehmen auch Hilfskräfte und Alltagsbegleiter pflegerische oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten nicht nur gelegentlich?
  • Ist das Personal freundlich und zugewandt?

Vereinfacht ausgedrückt ist Qualität das, was bei den Bewohnern ankommt. Sind diese zufrieden oder stimmt etwas nicht? Das kann man als Bewohnervertretung nur erfassen, wenn man die gemeinschaftlichen Bewohnerinteressen im Blick hat, aufmerksam den Einrichtungsbetrieb beobachtet und den zuständigen Leitungsgremien auch eine Rückmeldung gibt.

Eigene Beobachtungen mitteilen

Erkennt man Veränderungsbedarf, sollte dieser so konkret wie möglich formuliert und mittels eines Beschlusses an die Leitung weitergegeben werden. Mit einem Beschluss der Bewohnervertretung muss diese sich nämlich befassen, um nicht die gesetzlich legitimierten Mitwirkungsrechte der Beiräte und Fürsprecher / Vertrauenspersonen zu verletzen. Auch Vorschläge zur Verbesserung der Situation sind hilfreich sowie ein direktes Gespräch mit der Einrichtungsleitung.