Freitag, 27. März 2015

Verpflegungskosten im Heim

Die Ernährung in einer stationären Einrichtung muss nährstoffreich, gesund und schmackhaft sein. Dass dies mit Kosten verbunden ist, liegt auf der Hand. Es gibt aber auch immer wieder Beanstandungen, dass die Verpflegung nicht den monatlichen Verpflegungsentgelten angemessen sei. Die Schuld wird dabei häufig bei den Köchen oder dem Zulieferer gesucht. Die Preise für die reine Verpflegung schwanken je nach Einrichtung erheblich.

Man findet Angebote von 5,- € bis 15,- € täglich. Dies hat aber selten etwas damit zu tun, wie gut das Küchenpersonal kochen oder hauswirtschaften kann, sondern damit, wie sich die Kosten zusammensetzen und welche Synergieeffekte genutzt werden können. Grundsätzlich sollte jedem bewusst sein, dass die Verpflegungsentgelte nicht die reinen Kosten für die Lebensmittel darstellen. Dies kann man häufig auch daran erkennen, dass sich mittlerweile in zahlreichen Heimverträgen Regelungen dafür finden, dass ein Bewohner ausschließlich über eine Sonde ernährt wird. Ist dies der Fall, besteht ein Anspruch auf Erstattung des Rohlebensmittelpreises. Dieser liegt meist bei rund 4,- bis 6,- € am Tag. Hinzu kommen zu diesen reinen Sachkosten noch Kosten für das Küchen- und Service-Personal sowie die Energiekosten. Je preiswerter die Einrichtung ihre Mahlzeiten herstellen kann, umso preiswerter kann sie die Verpflegung anbieten. Günstige Konditionen beim Wareneinkauf oder Personaleinsparungen durch Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen sind mögliche Stellschrauben, um die Verpflegungskosten niedrig zu halten.

Manche Einrichtung hat mittlerweile festgestellt, dass eine eigene flexibel arbeitende Küche auf Dauer eine preiswertere Versorgung sichern kann als „outgesourcte“ Dienstleistungen. Dies hängt aber von sehr vielen Faktoren ab, die bei der Kalkulation zu berücksichtigen sind. Der oder die Küchenchef/in hat also tatsächlich nicht bis zu 15,- € pro Tag für den einzelnen Bewohner zu dessen Verpflegung zur Verfügung, sondern wesentlich weniger. Auf den einzelnen Bewohner entfällt daher ein Entgelt, das im Wege einer Mischkalkulation ermittelt wurde. Dabei ist es unabhängig, ob jemand sehr viel isst oder fast gar nichts. Aufgrund des Differenzierungsverbots des § 7 Absatz 3 Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) haben alle Bewohner das gleiche Entgelt zu zahlen.