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Wohnungsmodernisierung: Vermieter muss Ausweichquartier bezahlen

Wird die Wohnung eines älteren oder behinderten Menschen modernisiert, muss der Vermieter die Kosten für eine angemessene stationäre Einrichtung, in die der Mieter vorübergehend zieht, übernehmen. So entschied das Landgericht (LG) Hamburg in seinem Urteil. Im vorliegenden Fall wurden in der Wohnung eines Mieters, der nach einem Schlaganfall auf einen Rollstuhl und die Betreuung durch einen ambulanten Pflegedienst angewiesen ist, vom Vermieter grundlegende Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. Für die Dauer der Arbeiten zog der Mieter in eine Seniorenresidenz und verlangte die Zahlung der Heimkosten von seinem Vermieter. Dieser lehnte eine Zahlung ab, weshalb es zu dem Klageverfahren kam.
Das Landgericht Hamburg schloss sich der Auffassung des Mieters an und entschied, dass der Vermieter die Kosten in angemessenem Umfang zu ersetzen habe. Weitergehende Ansprüche stünden dem Mieter allerdings nicht zu, da er nicht von seinem Umzug in die Residenz in finanzieller Hinsicht profitieren dürfe.
Urteil des LG Hamburg, Az.: 307 S 145/10