Montag, 27. August 2018

Sturz bei Pflege eines Angehörigen kann Arbeitsunfall sein

Das SozialgericTreppenaufgang von unten fotografiertht Chemnitz hat entschieden, dass ein Sturz bei der Pflege eines Angehörigen als Arbeitsunfall gelten kann. 

Im betreffenden Fall stürzte eine pflegende Tochter schwer, als sie ihrer pflegebedürftigen Mutter half, eine Treppe in dem von der Mutter bewohnten Eigenheim hinabzusteigen. Die Mutter sollte mobilisiert werden, außerdem befand sich im Erdgeschoss das Badezimmer, in dem die Mutter nach dem geplanten Spaziergang wie jeden Tag geduscht werden sollte. Die Tochter zog sich beim Sturz eine Knöchelfraktur zu. Die gesetzliche Unfallversicherung wollte den Sturz jedoch nicht als Arbeitsunfall anerkennen. Versicherungsschutz bestünde nur auf Wegen zu Verrichtungen, die für die Aufrechterhaltung der Lebensführung unumgänglich seien.

Hiergegen klagte die Tochter und bekam vor dem Sozialgericht Chemnitz Recht. Das geplante tägliche Duschen stehe bei dem Treppengang als Pflegetätigkeit im Vordergrund, nicht die Mobilisierung durch einen Spaziergang. Daher habe hier eine versicherte Tätigkeit vorgelegen, so dass die gesetzliche Unfallversicherung einstandspflichtig sei.

Sozialgericht Chemnitz – S 8 U 166/17