Pflegeschutzbund e. V.

Umfrage zeigt: 98 % der Befragten fordern verbindliche Mitbestimmung statt freiwilliger Empfehlungen

Heimmitwirkung darf kein Auslaufmodell sein

Bonn. In der Debatte um die geplante Abschaffung der Heimmitwirkungsverordnung in Baden-Württemberg hat der BIVA-Pflegeschutzbund eine deutliche Rückmeldung aus der Praxis erhalten: 98 % der Teilnehmer:innen einer Umfrage sprechen sich für den Erhalt der gesetzlichen Mitwirkungsrechte in Pflegeheimen aus. Viele fordern sogar deren Ausbau.

„Dieses klare Signal zeigt, wie wichtig verbindliche Mitwirkung für die Betroffenen ist – und dass eine bloße ‚Empfehlungskultur‘ kein Ersatz für gesetzlich garantierte Rechte sein kann“, sagt Stephan Löchler, Vorstandsvorsitzender der BIVA. „Die Rückmeldungen belegen, dass Mitwirkung als demokratisches Grundprinzip verstanden wird – gerade für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind.“

Die Befragung wurde vom 18. Februar bis 22. Mai 2025 durchgeführt. 464 Personen nahmen teil, darunter Heimbeiräte, interessierte Angehörige sowie Besucher:innen des Deutschen Seniorentags in Mannheim. Ziel war, ein authentisches Stimmungsbild einzufangen. Zwar erhebt die Umfrage keinen wissenschaftlichen Anspruch, doch die Vielzahl und Qualität der Rückmeldungen sprechen für sich.

Die Ergebnisse zeigen nicht nur eine breite Zustimmung zur Heimmitwirkung, sondern benennen auch konkrete Schwächen in der Umsetzung: Mangelnde Unterstützung durch Einrichtungen, fehlende Einbindung von Angehörigen und unzureichende Schutzmechanismen für Fürsprecher:innen wurden häufig genannt. Gleichzeitig wurde vielfach betont, wie wichtig Heimbeiräte für das Miteinander im Heim, den Schutz der Schwächsten und als neutrale Ansprechpartner seien.

Eine Auswahl anonymisierter Zitate steht auf Anfrage für die redaktionelle Nutzung zur Verfügung.

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