Mittwoch, 22. Juni 2016

Pflegegüte.de – das Informationsportal zum Schutz vor schlechter Pflege

pflegeguete-logo-cmykBonn. Die wieder aufgelebte öffentliche Diskussion um die Bewertung und Veröffentlichung von Pflegequalität wird von der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) e.V. begrüßt. Ihr Vorsitzender, Dr. Manfred Stegger, weist darauf hin, dass die BIVA auf dem Internetportal ‚Pflegegüte’ bereits seit einem Jahr einen umfassenden und zugleich differenzierten Einblick in die Qualität deutscher Pflegeangebote bietet. Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste werden bundesweit und regional vergleichbar in einer durchsuchbaren Datenbank dargestellt. „Mit www.pflegegüte.de wollen wir dazu beitragen, Menschen vor unzureichender und schlechter Pflege zu schützen“, sagt Stegger. Zugleich verfolgt ‚Pflegegüte’ das Ziel, alle öffentlich verfügbaren Informationen, wie Zeitungsartikel oder die Besitzverhältnisse von Pflegeheimen, auf dem Portal zu bündeln. „Damit kann Pflegegüte auch als wichtige Datenquelle für Politiker und Journalisten dienen“.

Im Mittelpunkt des Portals stehen die Prüfergebnisse des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen für alle Pflegeeinrichtungen und ambulanten Dienste in Deutschland. Diese stellen derzeit die einzige flächendeckende Informationsquelle zur Pflegequalität in Deutschland dar. Eine Reform ist politisch beschlossen, wird aber noch einige Jahre dauern. Die Kassen wenden jährlich für diese Prüfungen rund 100 Millionen Euro auf. Pflegegüte nutzt diese Daten und entwickelte eine alternative Darstellung der Prüfergebnisse, da die daraus abgeleiteten Schulnoten irreführend sind. Stattdessen zeigt das Vergleichsportal, zu wie viel Prozent die geforderten Standards in einzelnen Pflegefragen erfüllt werden. „Sobald eine Einrichtung oder ein Pflegedienst keine 100% erreicht, sollten sich Pflegebedürftige und ihre Angehörigen näher erkundigen. Warum wurden die Standards nicht erreicht? Wurden die Mängel abgestellt?“

Stegger weist darauf hin, dass jährlich rund 400 000 Menschen ein Pflegeheim suchen. Sie alle sind bei ihrer Wahl auf die offiziellen Pflegenoten angewiesen. Das System wurde von Betreibern und Pflegekassen so entwickelt, dass fast alle Einrichtungen eine Eins bekommen und damit werben dürfen. Doch diese Noten verschleiern, dass die Mehrheit aller Einrichtungen bei den geprüften Kriterien die vorgegebenen Standards nicht erreicht. Das führt dazu, dass viele Menschen sich Pflegeeinrichtungen anvertrauen, die ihren Pflichtaufgaben nicht in vollem Umfang nachkommen.

‚Pflegegüte’ blickt deshalb hinter diese Noten und macht die tatsächlichen Prüfergebnisse für jedermann sichtbar, sortierbar und damit auch einfach vergleichbar. Bis zu einer echten Reform des bestehenden Systems kann ‚Pflegegüte’ als alternative Orientierungshilfe dienen, um Fehlentscheidungen bei der Wahl des Pflegeanbieters so gut wie möglich zu vermeiden.

www.pflegegüte.de