Freitag, 29. September 2017

Menschenwürdig alt werden – Politik und Medien sind gefragt

Der BIVA-Vorsitzende zum Tag der älteren Menschen

Bonn. Am Tag der älteren Menschen lenkt die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen, BIVA e.V., das Augenmerk besonders auf die Menschen, die unter den Beschwerden des Alters zu leiden haben. Neben den vielen aktiven und gesunden Senioren, die es heute gibt, leben leider auch viele alte Menschen mit gravierenden Einschränkungen im Abseits der Gesellschaft. Ihre oftmals beklagenswerten Lebensumstände werden häufig übersehen. Eine Veränderung zum Besseren könne aber dann nur erfolgen, wenn diese Themen ungeschönt angesprochen werden, sagt BIVA-Vorsitzender Dr. Manfred Stegger und erwartet mehr öffentliche Aufmerksamkeit und Medienpräsenz für dieses drängende gesellschaftliche Thema – nicht nur an diesem Gedenktag.

Hinter verschlossenen Türen von Privatwohnungen und stationären Pflegeeinrichtungen leben ca. drei Millionen Menschen weitgehend im Verborgenen. Sie sind im öffentlichen Raum kaum sichtbar. Allein schon darin sieht Stegger einen der Gründe, warum dieses Thema eine untergeordnete Rolle in der gesellschaftlichen Debatte spielt. Hinzu kommt, so Stegger, dass die meisten Menschen um dieses Thema lieber einen Bogen machen, weil jeder Mensch die Hoffnung hat, im Alter selbst von den Beschwerden und Leiden verschont zu bleiben. „Man denkt nicht gerne daran, und Journalisten bilden da keine Ausnahme“, so Stegger.

Deshalb begrüßt die BIVA einen solchen Gedenktag und wünscht sich, dass dieses soziale Thema in Zukunft mehr Gewicht bekommt und seiner Bedeutung mehr Rechnung getragen wird. Stegger appelliert in dem Zusammenhang auch an die neue Bundesregierung, sich mehr als bisher für ein würdiges Leben im Alter einzusetzen. Die Pflegepolitik spielt dabei eine zentrale Rolle.