Donnerstag, 29. September 2016

Mehr als die Hälfte aller Menschen wird zum Pflegefall

Bonn. Über die erfreuliche Tatsache, dass wir immer älter werden, wird gerne vergessen, dass dies an der voraussichtlichen Pflegebedürftigkeit jedes Einzelnen nichts ändert. Auch in Zukunft wird mehr als die Hälfte aller Menschen am Ende ihres Lebens zum Pflegefall. Darauf weist die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) e.V. am 1. Oktober hin, dem Tag der älteren Generation.

Die zu erwartende Pflegebedürftigkeit wird von den meisten Menschen zu lange ignoriert und verdrängt. Das beklagt Dr. Manfred Stegger, Vorsitzender der BIVA. Erst dann, wenn der akute Fall eintritt und die Zeit drängt, beginnen die persönlich Betroffenen und ihre Angehörigen sich mit den damit verbundenen Veränderungen zu beschäftigen. Die Wahl der Pflegedienste oder stationären Einrichtungen erfolgt meist unter großem Druck, so dass eine sorgfältige Entscheidung kaum möglich ist. Die damit verbundenen gravierenden Lebensveränderungen lassen sich in der Regel nur sehr schwer korrigieren oder rückgängig machen.

Die BIVA empfiehlt allen Menschen, sich rechtzeitig mit der Frage der eigenen Pflegebedürftigkeit zu beschäftigen, die wohnortnahen Pflegeangebote zu prüfen und die möglichen stationären Einrichtungen sorgfältig auszuwählen. Auch die Frage der Finanzierung wird häufig nicht genügend ernst genommen. Pflegebedürftigkeit ist für viele Menschen ein Armutsrisiko. Die BIVA, bietet seit mehr als 40 Jahren Hilfestellung bei der Lösung dieser Fragen und berät Betroffene, um sie vor Fehlentscheidungen zu bewahren. Stegger weist in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen Informationsmaterialien und den telefonischen Beratungsdienst der BIVA hin.