Freitag, 09. Oktober 2015

Lärmbelästigung in der Service-Wohnanlage

Ältere Menschen entscheiden sich, wenn sie noch nicht pflegebedürftig sind, häufig für ein Leben in einer Service-Wohnanlage (Betreutes Wohnen) für Senioren. Die seniorengerechten Wohnungen befinden sich oft in unmittelbarer Nähe eines Seniorenheims desselben Trägers, so dass im Bedarfsfall zunächst der Pflegedienst in Anspruch genommen und später ein Umzug vorgenommen werden kann.

Nicht selten kommt es vor, dass die, sich im Haus befindlichen Gemeinschaftsräume von Service-Wohnanlagen auch an Dritte vermietet und entsprechend genutzt werden. Dies mag zum Konzept gehören oder auch der Finanzierung dienen, führt aber häufig dazu, dass die Bewohner sich durch entstehenden Lärm erheblich belästigt fühlen. Auch wenn sich „nur“ um eine Anlage des Betreuten Wohnens handelt, wohnen dort doch regelmäßig gerade ältere Menschen, die Ruhe und Geborgenheit wünschen. Nimmt die Belästigung ein Ausmaß an, dass das Maß, das an eine derartige Wohnanlage zu stellen ist, übersteigt, kann ein Mangel vorliegen. Dieser ist dem Vermieter zu benennen und Abhilfe einzufordern. Gleichzeitig kann er ein Recht zur Mietminderung entsprechend den mietrechtlichen Regelungen geben. Die Bewohner sind damit auf den allgemeinen Zivilrechtsweg verwiesen und müssen ihre Ansprüche notfalls gerichtlich geltend machen. Eine Behörde, die hier die konzeptionelle Ausrichtung prüfen oder beraten könnte, gibt es nicht, obwohl häufig vor allem hochaltrige Menschen in Service-Wohnanlagen leben, die sich gegen eine derartige Lärmbelästigung nicht mehr wehren können.