Dienstag, 22. Juli 2014

Gründung eines Angehörigengremiums

Die Bewohnerbeiräte sind als Gremium ein wichtiges Element der Mitwirkung und in einigen Ländern auch der Mitbestimmung. Häufig dem Alter und der Pflegebedürftigkeit der Mitglieder geschuldet, ist die Effektivität dieses Gremiums aber nicht so ausgeprägt, wie man sich dies wünschen würde. Die Mitwirkung des Beirats wird daher als „zahnloser Tiger“ empfunden. Einige Landesgesetzgeber haben dies zum Anlass genommen und in ihren Landesheimgesetzen geregelt, dass ein Angehörigen- und Betreuergremium zur Unterstützung und Beratung gewählt werden kann, um die Mitwirkungsrechte der Bewohner zu stärken. In Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen ist die Bildung eines solchen beratenden Organs vorgesehen. Baden-Württemberg sieht dies für Einrichtungen der Behindertenhilfe vor. Hamburg gibt dem Angehörigenrat sogar die Möglichkeit gemeinsam mit dem Wohnbeirat die Mitwirkung auszuüben, wenn dies dem Wunsch und Beschluss des Beirats entspricht. Aber auch wenn in Ihrem Bundesland nicht explizit geregelt ist, ob es einen Angehörigenrat geben soll, kann es sinnvoll sein, regelmäßige Angehörigentreffen zu organisieren. Auch wenn Sie damit rechtlich betrachtet nicht direkt mitwirken dürfen, ist eine Organisation der Angehörigen sinnvoll, um Verbesserungsvorschläge zu machen, Informationen auszutauschen und dem Beirat sogar zuzuarbeiten.