Dienstag, 12. Januar 2016

Gestiegener Beratungsbedarf rund um Pflege und Betreuung

Bonn. Es war ein Rekordjahr für die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA). Die gemeinnützige Organisation mit Sitz in Bonn hat 2015 die Zahl ihrer rechtlichen Beratungen deutlich gesteigert. Rund 1.000 Mal wandten sich Pflegebedürftige oder deren Angehörige hilfesuchend an die BIVA. Immer ging es dabei um Fragen und Konflikte rund um die Themen Pflege und Betreuung im Alter.

„Viele Menschen fühlen sich gegenüber den Pflegeeinrichtungen hilflos und trauen sich nicht, ihre Rechte geltend zu machen aus Sorge, dass sie selber oder die auf Pflege angewiesenen Angehörigen darunter leiden müssen“, sagt Dr. Manfred Stegger, Vorsitzender der BIVA. „Als unabhängige Interessenvertretung stehen wir den Betroffenen fachkundig zur Seite. Nicht selten fällt unseren spezialisierten Juristen dabei die Rolle eines Mediators zu.“

Verbraucherschutzthemen bildeten darüber hinaus den Schwerpunkt der Beratung. Oftmals gaben Heimverträge Anlass zu Fragen, wenn die Betroffenen mit der erbrachten Leistung im Pflegeheim nicht zufrieden waren.

Immer wieder sorgten auch Veränderungen in der Pflegestufe für Kritik. Dabei bemängelten Betroffene, dass bei Höherstufungen kaum Leistungsverbesserungen zu beobachten seien, während die Pflegekosten und die Zuzahlungen deutlich anstiegen.

Auch unerwartete und nicht nachvollziehbare Entgelterhöhungen in stationären Einrichtungen sorgten für Fragen und Probleme. Vielfach gerieten Pflegebedürftige dadurch in Zahlungsschwierigkeiten. Auch hier konnte die BIVA Rat und Hilfe geben. In NRW wird diese Beratungsleistung durch das Land gefördert und ist für Ratsuchende kostenlos.

Der Bedarf an unabhängiger rechtlicher Beratung rund um das Thema Pflege wächst. Gründe dafür sieht Stegger in der immer komplexer werdenden Rechtslage und einem schwer durchschaubaren Leistungsangebot. Hinzu kommt die unübersichtliche und regional unterschiedliche Beratungslandschaft, in der sich die Menschen nur schwer zurechtfinden.