Freitag, 29. Juli 2016

„Genau hinsehen bei alternativen Wohnformen“

Manfred SteggerAlternative Wohnformen für alte und pflegebedürftige Menschen bieten eine Chance für mehr individuelle Betreuung und mehr Selbstbestimmung auch im Alter. Seit 40 Jahren setzt sich die BIVA für Selbstbestimmtheit im Alter ein und begrüßt daher grundsätzlich diese neuen Entwicklungen. Zugleich beobachten wir mit Sorge, dass sich hier gesetzliche Grauzonen ergeben, in denen die besonderen Schutzvorschriften für hilfs- und pflegebedürftige Menschen umgangen werden können.

Verbraucherschützer, und als solche versteht sich auch die BIVA, müssen dabei hellhörig werden und besonders wachsam sein. Wenn die Vorteile einer Wohngemeinschaft nur noch auf dem Papier bestehen, weil die Bewohner aufgrund ihrer starken Pflegebedürftigkeit diese Wahlmöglichkeiten nicht mehr nutzen können, ist dies ein Alarmzeichen. Es besteht der Verdacht, dass oftmals von den Anbietern die Form einer Wohngemeinschaft gewählt wurde, um kostspielige Vorschriften und Regelungen zu umgehen.

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollten daher genau hinsehen, ob die Wohngemeinschaft gegenüber einer stationären Einrichtung wirklich einen Vorteil bietet oder ob hier für die Pflegebedürftigen ein Nachteil oder im schlimmsten Fall sogar eine Gefährdung ausgehen kann. Die BIVA fordert daher auch eine regelmäßige Überprüfung von WGs und anderen alternativen Wohnformen, in denen Pflege angeboten wird.