Freitag, 03. März 2017

Engagierte Angehörige als Chance für die Mitwirkung in der Pflegeeinrichtung

Menschen ziehen immer später in stationäre Einrichtungen. Das Pflegestärkungsgesetz II, die hohen Kosten sowie die politische Devise „ambulant vor stationär“ fördern diesen Weg weiter, mit der Folge, dass viele Bewohner von Wohn- und Betreuungseinrichtungen bereits stark pflegebedürftig und/oder dement sind, wenn sie dort wohnen. Gleichzeitig geben die jeweiligen Landesheimgesetze vielfältige Möglichkeiten der Mitwirkung und teilweise Mitbestimmung – mit teilweise erheblichen Anforderungen.

Wie diese Aufgaben erfüllt werden sollen, wenn kaum eine demokratische Wahl möglich ist oder ausreichend Kandidaten zur Wahl stehen, die dazu in der Lage wären, stellt viele Einrichtungen vor Probleme. In den Landesheimgesetzen finden sich Lösungen für das Problem. Demnach können Angehörige und sonstige Vertrauenspersonen als externe Beiratsmitglieder oder Ersatzgremium gewählt werden, ein Beratungsgremium bilden oder als Fürsprecher / Vertrauensperson eingesetzt werden. Häufig wird dies von den Einrichtungen allerdings immer noch skeptisch gesehen. Es bestehen häufig Befürchtungen, Angehörige seien überengagiert, sähen nur ihre eigenen Interessen und mischten sich in die Geschäftsführung ein.

Dem kann man mit Transparenz und Aufklärung begegnen. Werden Angehörige hinsichtlich der Aufgaben, Rechte, aber eben auch zu den Grenzen der Beiratsarbeit geschult und erhalten sie frühzeitig Informationen zu relevanten Themen, können sie ein ungeheurer Gewinn für eine Einrichtung sein (auch als Unterstützung des amtierenden Beirats). Macht man sich die Mühe, vorgetragene Beschwerden ernst zu nehmen, sich selbst als Einrichtung immer wieder zu hinterfragen und Lösungen zu suchen, spart man sich mitunter eine Unternehmensberatung. Das macht mehr Arbeit in dem ohnehin stressigen Pflegealltag mit dünner Personaldecke, schafft aber auf Dauer Zufriedenheit bei den Bewohnern und damit letztendlich auch den Mitarbeitern. Aus unserer Beratungstätigkeit wissen wir, dass nach einiger Zeit die Beschwerden stark abnehmen. Eine Alternative, die viele Einrichtungen bereits sehr gut umsetzen.