Dienstag, 31. März 2020

Corona: Pflegeheimbewohner besser schützen!

Die Ausbreitung des Corona-Virus‘ in Pflegeheimen macht deutlich, dass die Schutzmaßnahmen für Pflegebedürftige bisher nicht ausgereicht haben. Dabei dürfte sowohl vom Pflegepersonal als auch von Besuchern die größte Ansteckungsgefahr ausgehen. Mit dem allgemein praktizierten Besuchsverbot wurde nur eine Ansteckungsquelle vermieden. Das Pflegepersonal selbst bedeutet eine ebenso große Gefahr für die Bewohner. Der Vorsitzende des BIVA-Pflegeschutzbundes, Dr. Manfred Stegger, fordert daher dringend, das gesamte Personal regelmäßig in kurzen Abständen zu testen und nur dann den Zugang zu den Bewohnern zu ermöglichen, wenn die Tests negativ ausgefallen sind bzw. Antikörper festgestellt wurden.  Die fehlenden Schutzmasken, -kleidung und Desinfektionsmittel dürften ebenso zur Ausbreitung in den Einrichtungen geführt haben, befürchtet Stegger. Pflegeeinrichtungen müssen deshalb dringend und auf jeden Fall bevorzugt in die Lage versetzt werden, diese einfachen Hygienemaßnahmen durchzuführen. „Dass dies bisher nicht möglich war, ist in einem hoch entwickelten Land nicht erklärbar.“

Stegger weist weiter darauf hin, dass dieselben Schutzmaßnahmen auch für ambulante Pflegedienste sowie pflegende Angehörige bzw. helfende Besucher in Pflegeheimen gelten müssen. Bei engmaschigen Tests und ausreichender Schutzkleidung und Hygienemaßnamen könnte das Besuchsverbot sogar teilweise gelockert werden. Die Erstattung der Kosten für die notwendige Hygieneausstattung muss auch für diesen Personenkreis von den Kassen übernommen werden, fordert Stegger.

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