Dienstag, 20. Juni 2017

BIVA fordert Transparenz bei der Personalausstattung in Pflegeeinrichtungen

Bonn/Bremen. Gute Pflege hängt unmittelbar mit der Anzahl und der Qualifikation des Personals zusammen. Deshalb unterstützt die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) e.V. die Standpunkte von Verdi auf der Bremer Kundgebung aus Anlass der dort stattfindenden Gesundheitsministerkonferenz. Notwendig ist aber auch eine bessere Information der zu Pflegenden über die reale Personalsituation in den einzelnen Heimen.

Schon bevor in frühestens drei Jahren ein bundeseinheitliches Personalbemessungsverfahren eingeführt wird, müssen gegen die ungleiche und unzureichende Personalausstattung Maßnahmen ergriffen werden. Ergänzend zu den Forderungen von Verdi nach einem höheren Personalschlüssel fordert die BIVA kurzfristig eine flächendeckende Veröffentlichung der Soll- und Ist-Zahlen der tatsächlichen Personalausstattung in den Einrichtungen. „Der Haken bei den bestehenden und geplanten einheitlichen Personalschlüsseln ist, dass diese nicht verbindlich sind und Betroffene daher keine Sicherheit haben, von ausreichend vorhandenem Personal gepflegt zu werden“, klagt Dr. Manfred Stegger, Vorsitzender der BIVA. „Hinzu kommt, dass Heime, die die vereinbarten und abgerechneten Personalschlüssel nicht erfüllen, damit zusätzliche Gewinne machen können. Den Preis bezahlen die Betroffenen oftmals durch unzureichende Pflege.“

Die BIVA fordert an dieser Stelle einen besseren Verbraucherschutz für zu Pflegende. Nur wenn die tatsächliche Personalausstattung im Verhältnis zum gültigen Personalschlüssel bekannt ist, können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen eine fundierte Entscheidung für oder gegen eine Einrichtung treffen. Das bewirkt einen Anreiz für Pflegeeinrichtungen, ausreichend Personal vorzuhalten.