Mittwoch, 17. Juli 2013

BIVA e.V. gegen Gewalt an schutzbedürftigen alten Menschen

Alte und behinderte Menschen sind immer wieder in Gefahr, Opfer von physischer und psychischer Gewalt zu werden. Alters- und krankheitsbedingt können sich diese Betroffenen häufig nicht dagegen wehren. Die Bundesinteressensvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung e.V. (BIVA) wird daher in den nächsten Monaten dieses Thema zu ihrem Arbeitsschwerpunkt machen. 

Der Fokus liegt dabei vor allem auf der Information und Beratung zur Prävention und Hilfe bei Misshandlung und Vernachlässigung älterer und behinderter Menschen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird das Projekt bis Ende des Jahres mit Fördermitteln unterstützen.

Nicht nur die augenfällige Anwendung von Gewalt, sondern auch die subtilen Formen von psychischer Gewalt werden im Rahmen dieser Arbeit untersucht. Gerade gegenüber hilfsbedürftigen Menschen werden immer wieder Grenzen gegenüber dem zu respektierenden Mitmenschen überschritten und die Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit beschnitten. 

„Übergriffe hinsichtlich der Selbstbestimmung werden noch immer zu oft als „normal“ verstanden, Bedürfnisse missachtet und Wünsche verweigert. Eine gute Pflege und Betreuung älterer und behinderter Menschen erfordert eine sensible Einschätzung für deren Belange und individuelle Bedürfnisse”, sagt Dr. Manfred Stegger, Vorstandsvorsitzender der BIVA e.V.

Zielgruppen des Projekts sollen das Pflegepersonal, Verantwortliche für die Aus- und Fortbildung von Pflegekräften, Betreuerinnen und Betreuer, Angehörige sowie sonstige Entscheidungsträgerinnen und -träger sein. Das Projekt beinhaltet eine Fachveranstaltung, zu der auch Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Politik geladen werden. Die Arbeitsergebnisse werden in Handlungsempfehlungen zusammengefasst und dienen einem sensibleren Umgang mit schutzbedürftigen Menschen.

„Es geht uns darum, dieses Thema in den Blickpunkt der Gesellschaft zu rücken. Wir möchten mit unserer Arbeit dazu beitragen, die Öffentlichkeit für das Thema „Gewalt und deren Prävention“ zu sensibilisieren und dadurch schutzbedürftige Menschen vor Misshandlung und Vernachlässigung zu bewahren“, sagt Rechtsanwältin Katrin Markus, Geschäftsführerin der BIVA. „Für Respekt und Akzeptanz älterer, pflegebedürftiger und behinderter Menschen und ein Leben im Alter ohne Angst vor Gewalt kämpft die BIVA seit fast 40 Jahren!“