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Unterstützung im Umgang mit Hilfsmitteln gehört zur Pflege

Menschen, die in einer Einrichtung leben, benötigen häufig Seh- und Hörhilfen und haben Zahnprothesen. Sie sind auf diese Hilfsmittel angewiesen, um am Leben teilnehmen, kommunizieren und essen zu können. Der Umgang damit bzw. die Unterstützung darin scheint aber nicht immer selbstverständlich. Beschwerden darüber, dass die Handhabung von Prothesen und anderen Hilfsmitteln durch Pflegekräfte nicht sorgfältig erfolgt, gibt es immer wieder. Es wird beanstandet, dass Hilfsmittel unauffindbar oder verschmutzt sind, Batterien fehlen, Brillenwerte nicht mehr stimmen, Prothesen nicht eingesetzt werden oder kaputt sind. Auch kommt es vor, dass neue Pflegekräfte gar nicht wissen, dass jemand eine Hörhilfe benötigt. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, wer eigentlich für diese Hilfsmittel und deren Pflege verantwortlich ist, wenn Bewohner:innen sich nicht selbst darum kümmern können.

Nach den jeweiligen Landesrahmenverträgen soll es Inhalt der Pflegeleistungen sein, die im Einzelfall erforderlichen Hilfen zur Unterstützung im Ablauf des täglichen Lebens zu leisten. Dazu gehört auch, bei der persönlichen Lebensführung zu helfen sowie die Selbstständigkeit und Würde der betroffenen Person zu wahren, wenn dies nicht durch das soziale Umfeld wie etwa Angehörige geschehen kann. Selbstbestimmtheit ist sicherlich kaum gegeben, wenn jemand nichts hört, weil die Batterien des Hörgerätes leer sind, oder eine alte oder kaputte Brille das Sehen erheblich einschränkt. Kommunikation und ein Verlassen der Räumlichkeiten werden zur Herausforderung. Ebenso das selbstständige Essen, wenn Kauen nicht möglich ist. Die Betroffenen sind in der Regel nicht selbst in der Lage, neue Batterien, einen Termin beim Optiker oder einen Besuch beim Zahnarzt zu organisieren. Manchmal trauen sie sich noch nicht einmal, solche Probleme zu kommunizieren.

In den Landesrahmenverträgen ist jedoch insbesondere vorgesehen, Vereinsamung, Apathie, Depressionen und Immobilität der Bewohner:innen zu vermeiden und ihre persönliche Lebensführung und Gestaltung des Alltags zu fördern. Für die Erreichung dieses Ziels ist die Versorgung mit funktionierenden Hilfsmitteln ein entscheidender Faktor. Dies findet sich auch in den Leistungen der sozialen Betreuung wieder und kann bis zur Organisation von Arzt- und sonstigen Terminen gehen, wenn dies erforderlich ist. Die Prothesenversorgung bei der Zahnpflege sowie das Anlegen von Körperersatzstücken sind in der Regel sogar wörtlich geregelt. Und dass das Putzen der Brille und Reinigen des Hörgeräts bei natürlicher Verschmutzung zu den Leistungen der Körperpflege gehört, liegt nahe. Insofern sind zumindest diese Alltagsdinge Teil der Regelpflege. Bedarf es größerer Organisation, weil z.B. Geräte neu eingestellt oder Prothesen verändert und angepasst werden müssen, sind die Angehörigen – sofern vor Ort – zu beteiligen.

Lesen Sie dazu unsere Broschüre Hilfsmittel in der Pflege.

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