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Begleitung zu Gesprächen mit der Einrichtung

Ein offenes Gespräch ist die beste Basis, um Probleme zu klären und Abhilfe zu schaffen. Für Einrichtungsleitungen gehören derartige Termine zum Geschäft. Personal muss geführt, Bewohnerinnen müssen angehört und mit Vertragspartnern wie Caterern etc. Vereinbarungen getroffen werden. Pflegebedürftige oder deren Angehörige sind dagegen nicht immer erfahren im Bereich „Krisengespräche“. Hinzu kommen die emotionale Belastung und das Bewusstsein der Abhängigkeit.

Unser Beratungsdienst wird daher häufig kontaktiert, wenn es um die Vorbereitung derartiger Termine geht. In diesem Fall versuchen wir zunächst, die Gesamtsituation rechtlich einzuordnen und juristisch zu bewerten, welche Rechte die Betroffenen geltend machen können. Auf dieser Ausgangsbasis raten wir den Betroffenen grundsätzlich an, vor dem Gespräch Aufzeichnungen darüber zu fertigen, um was es konkret geht. Welche Mängel oder Verhaltensweisen will man ansprechen? Was ist der konkrete Anlass für Beschwerden? Welches realistische Ziel (entsprechend der Rechtslage) will man mit dem Gespräch erreichen? Auch die Überlegung hinsichtlich eines „Plan B“ kann nicht schaden, wenn sich der Gesprächspartner als unzugänglich erweisen sollte. Diese schriftlichen Vorbereitungen dienen aber nicht nur dazu, im Vorfeld die eigenen Gedanken zu ordnen und sich klare Ziele zu verschaffen, sondern können in dem Gespräch selbst auch als Leitfaden dienen, damit man sich nicht verzettelt. „Verheddert“ man sich nämlich später in den eigenen Gedanken, macht man sich nicht nur unglaubwürdig und angreifbar, sondern kommt auch nicht zu einem konkreten Ziel.

Entsprechende Gespräche finden selten unter vier Augen statt. Dies allein schon deshalb, weil die Hausleitung manche Fragen gar nicht beantworten kann, sondern die fachliche Pflegedienstleitung dazu braucht. Kommt dann noch z.B. eine betroffene Pflegekraft hinzu, sieht man sich als Bewohner:in oder Angehöriger schon drei Personen gegenüber, was nicht gerade als paritätisch betrachtet werden kann. War die Hürde aus Scham und Angst vor Repressalien vorher noch nicht allzu hoch, wächst sie spätestens in dieser Situation. Es bietet sich daher an, eine Begleitperson mitzunehmen. Diese kann viele Funktion haben: Neutraler Gegenpart, Kommunikationshilfe, wenn man aufgeregt ist, Beobachten des Gesprächsverlaufs, „Bremser“, wenn man dazu neigt, die Beherrschung zu verlieren, und nicht zuletzt auch Protokollant und Zeuge. Gerade die zuletzt genannte Funktion kann entscheidend sein, wenn man eine Vereinbarung trifft oder künftige Vorgehensweisen festlegt und gemeinsame Ziele definiert. Aber auch bei einem Scheitern des Gespräches kann die „Zeugenfunktion“ der Begleitung entscheidend sein, wenn es später um die Frage geht, wer eigentlich was gesagt oder verweigert hat. Kommt es im schlimmsten Fall zu Hausverboten, Kündigungen oder Anträgen an das Betreuungsgericht, kann die Begleitperson ein wichtiger Partner sein.

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