Freitag, 03. März 2017

Auch die Angehörigen sind von Pflege betroffen

Pflege geht nicht nur die Pflegebedürftigen an. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Zukunftsaufgabe. Eine aktuelle repräsentative Umfrage weist ihr eine wichtige Bedeutung im Bundestagswahlkampf zu. Diese Bedeutung lässt sich auch in Zahlen veranschaulichen: Über 1,5 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland im Pflegebereich. Derzeit sind fast drei Millionen Menschen pflegebedürftig. Etwa zwei Drittel werden zu Hause versorgt, die allermeisten davon durch Angehörige.

Die Angehörigen spielen entscheidende Rollen sowohl beim Lösen dieser großen Aufgabe wie auch bei den konkreten Problemen im Alltag der Pflegebedürftigen. Für viele beginnt die Beschäftigung mit Pflegethemen mit der Frage, ob sie einen Angehörigen pflegen würden. Gut, wenn man sich dann schon vorher Gedanken hierzu gemacht hat. Denn dann müssen in kurzer Zeit viele schwerwiegende Entscheidungen getroffen werden. Unbedingt sollte man sich frühzeitig Gedanken darüber machen, wie die Pflege finanziert werden kann.

Angehörige sind aber immer noch gefordert, nachdem diese Entscheidungen getroffen sind. Häufig sind sie Sprachrohr der Pflegebedürftigen, wenn deren Fähigkeiten nachlassen, für sich selbst zu sprechen. Sie sollten mit darauf achten, dass alle Leistungen wie vereinbart erbracht werden. Dabei sollten sie sich immer bemühen, so objektiv wie möglich zu sein, auch wenn es schwerfällt angesichts der vielen Emotionen, die mit der Pflege eines geliebten Angehörigen einhergehen.

Auch die meisten BIVA-Mitglieder sind heute die Angehörigen der Pflegebedürftigen. Aus diesem Grund wurde vor zwei Jahren der Langname des Vereins angepasst: Aus den „Nutzerinnen und Nutzern von Betreuungsangeboten“ wurden die „pflegebetroffenen Menschen“. Pflegebetroffen sind alle Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen. Die Probleme, Sorgen und Fragen der Angehörigen stehen mit im Mittelpunkt der Beratungen der BIVA.