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BIVA - Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreungseinrichtungen im Alter und bei Behinderung (BIVA) e.V., eingetragener Verein.
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Umzug ins Altenheim? Eine Vorbemerkung

Sollten Sie sich mit dem Gedanken tragen, Ihr Haus oder Ihre Wohnung aufzugeben und in eine Alteneinrichtung überzusiedeln, werden Sie ein neues Umfeld antreffen, das für Sie viel Unbekanntes mit sich bringt. Die Eingliederung in eine größere Gemeinschaft wird auch bei Ihnen trotz der verbleibenden individuellen Freiheit viele Fragen aufwerfen, ja sogar Unsicherheiten entstehen lassen. Wir möchten Ihnen im Folgenden einige Entscheidungshilfen geben und Sie darauf aufmerksam machen, worauf Sie achten sollten und wohin Sie sich zur Beantwortung Ihrer Fragen wenden können.

Fragen können aufkommen zu folgenden Themen:

 

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Ort des Heims

Zuerst stellt sich die Frage nach der Stadt oder Gemeinde, in der Sie künftig wohnen wollen. Sie müssen sich darüber klar sein, welche persönli­chen Wünsche Sie an den Ort haben, in dem Sie im Alter leben wollen. Folgende Gesichtspunkte sind dabei zu beachten:

  • Wohnen Kinder/Enkelkinder/sonstige Verwandte oder Freunde in diesem Ort oder in dessen Nähe?
  • Ist eine Anbindung an eine Bahnlinie vorhanden?
  • Verfügt der Ort über genügend Nahverkehrsmittel?
  • Wenn Sie Autofahrerin oder Autofahrer sind: Fühlen Sie sich dem Verkehr in der Stadt und im näheren Umland gewachsen ?
  • Entsprechen die klimatischen Verhältnisse am Ort Ihren gesundheitlichen Anforderungen (häufiger Nebel, Föhneinfluss, Höhenlage usw.)?
  • Entspricht die Einbettung der Stadt/Gemeinde in die Landschaft Ihren körperlichen Fähigkeiten (steile Straßen und Wege)?
  • Sind Einkaufsmöglichkeiten vorhanden ?
  • Entspricht das Veranstaltungsangebot am Ort Ihren Vorstellungen (Theater, Konzerte, Bildungseinichtungen)?
  • Ist ein Krankenhaus (evtl. auch Fachklinik) am Ort, um im Krankheitsfall nicht weit entfernt behandelt werden zu müssen?

Wenn Sie diese Fragen im wesentlichen mit "ja" beantworten konnten, stellt sich für Sie als Nächstes die Frage nach der Lage des Heimes innerhalb der von Ihnen bevorzugten Stadt/Gemeinde.

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Lage des Heims

In manchen Städten/Gemeinden gibt es mehrere stationäre Alteneinrichtungen. Bei den Überlegungen, welches der vorhandenen Häuser für Sie in Frage kommt, ist zunächst folgendes zu berücksichtigen:

  • Soll das Haus im Stadtzentrum liegen?
  • Bevorzugen Sie das Stadtrandgebiet oder ein bestimmtes Stadtviertel?
  • Welche öffentlichen Einrichtungen sollten sich in der Nahe befinden (Bahnhof, Bushaltestelle, Theater, Hallenbad, Volkshochschule, Seniorensportgruppen u. a.)?
  • Wie weit ist die Entfernung zum Hausarzt, zur Apotheke, zum Masseur, zur Krankengymnastik, zum Optiker u. ä.?
  • Liegt die von Ihnen besuchte Kirche in der Nähe (Gottesdienst, Gesprächskreis u.ä.)?
  • Wie weit ist die Entfernung zum Geschäftszentrum?
  • Verkehrt unmittelbar vom Haus aus ein öffentliches Verkehrsmittel oder ein Hausbus?

Wenn Sie diese Fragen geklärt haben, schließt sich die Frage nach der Art der Einrichtung an.

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Art des Heims

Zunächst müssen Sie über einige Grundbegriffe informiert sein. Früher gab es eine Trennung zwischen den drei klassischen Heimarten: Altenwohnheim, Altenheim, Altenpflegeheim.

Da heute die meisten älteren Menschen erst bei Pflegedürftigkeit in ein Heim ziehen, finden sich die unterschiedlichen Wohntypen meist in einem Gebäudekomplex wieder.  Daneben haben sich in jüngster Zeit Wohnformen entwickelt, die unter dem Betriff des „Betreuten Wohnens“ zusammengefasst werden.

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Das Altenwohnheim

Das Altenwohnheim ist eine Einrichtung, in der ältere Menschen, die zur Führung eines eigenen Haushaltes noch imstande sind, in einer abgeschlossenen Wohnung leben. Zur gemeinschaftlichen Nutzung stehen Gemeinschaftseinrichtungen zur Verfügung. Darüber hinaus muss gewährleistet sein, dass den Bewohnerinnen und Bewohnern im Bedarfsfall für eine vorübergehende Zeit zusätzlich Verpflegung, Betreuung und Pflege gewährt werden.

In diesen Häusern leben die Bewohnerinnen und Bewohner also in Ein- oder Mehrzimmer-Appartements mit Bad/WC und Küche bzw. Kochnische. Sie führen ihren Haushalt innerhalb der Appartements selber und nehmen nur auf Wunsch an gemeinsamen Mahlzeiten teil. Dies setzt voraus, dass die einzelne Bewohnerin bzw. der einzelne Bewohner rüstig genug ist, um ohne fremde Hilfe die täglichen Verrichtungen  selbständig zu erledigen.

Manche Wohnheime verfügen über sogenannte Pflegeabteilungen, in denen die Bewohnerinnen und Bewohner während einer Krankheit vorübergehend, aber auch bei altersbedingter Pflegebedürftigkeit dauernd gepflegt werden. Andere Heime pflegen bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit im Appartement, soweit der gesundheitliche Zustand der Bewohnerin oder des Bewohners und die Möglichkeiten des Pflegedienstes dies zulassen. Es gibt aber auch Altenwohnheime, in denen im Fall einer Pflegebedürftigkeit keine Betreuung möglich ist, so dass in einem solchen Fall der Umzug in ein Pflegeheim erforderlich wird.

Sie müssten hier also unbedingt klären, ob Sie auch im Falle einer Pflegebedürftigkeit in dem Heim betreut werden können oder ob Sie ggf. in ein Pflegeheim umziehen müssten.

Ferner ist zu klären, ob das Heim Menschen, die ein bestimmtes Alter überschritten haben, noch aufnimmt.

Altenwohnheime werden manchmal auch Seniorenresidenzen, Seniorenstifte o. ä. genannt. Bei der Einordnung dieser Heimart als Altenwohnheim kommt es nicht auf die gewählte Bezeichnung an, sondern auf die Möglichkeit der selbständigen Lebensführung in einer Einrichtung, die Unterkunft, Verpflegung und Betreuung anbietet.

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Das Altenheim

Das Altenheim ist eine Einrichtung, in der ältere Menschen, die zwar nicht pfle­gebedürftig, aber zur selbständigen Führung eines Haushalts nicht mehr in der Lage sind, Unterkunft, Verpflegung, Betreuung und bei Bedarf Pflege erhalten.

In diesen Häusern leben die Bewohnerinnen und Bewohner in der Regel in Einzelzimmern mit Bad/WC, ohne Möglichkeit der Selbstbeköstigung.

Altenheimbewohner können meist ohne betreuende Hilfe auskommen, ihnen steht aber nach Bedarf Pflegepersonal für die Grundpflege (Ankleidehilfen, Waschhilfen, Essenshilfen) und für die Behandlungspflege (Pflegeleistungen nach ärztlicher Anordnung) zur Verfügung. Altenheime verfügen meist über Pflegeabteilungen, in denen die Bewohnerinnen und Bewohner bei dauernder Pflegebedürftigkeit, d. h. auch bei Bettlägerigkeit, rund um die Uhr betreut werden.

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Das Altenpflegeheim

Das Pflegeheim ist eine Einrichtung, in der ältere Menschen, die wegen Krankheit, Alter oder Behinderung pflegebedürftig sind, Unterkunft, Verpflegung, Betreuung und Pflege erhalten. Ärztliche Hilfe wird durch die eigene Arztwahl sichergestellt.

In diesen Häusern leben also pflegebedürftige ältere Menschen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind.

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Das betreute Wohnen

Unter dem Begriff des betreuten Wohnens werden Wohnformen verstanden,  bei denen ein barrierefreies Wohnumfeld mit dem Angebot verschiedener abrufbarer Hilfedienste gekoppelt ist. Somit wird altengerechtes Wohnen mit dem Sicherheitsbedürfnis im Alter verbunden.

Ob solche Wohn- und Hilfeangebote, die oftmals auch „Service-Wohnen“ u. ä. genannt werden, als Heime im Sinne des Heimgesetzes zu verstehen sind und damit unter den Schutz dieses Gesetzes fallen, hängt von deren tatsächlicher und rechtlicher Konstruktion ab.  Dies kann in der Regel durch Nachfrage beim Einrichtungsträger in Erfahrung gebracht werden.

Beim klassischen „Betreuten Wohnen“  sind das Wohnen und die Hilfeangebote rechtlich von einander getrennt. Die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Einrichtungen haben mit dem Betreiber des Gebäudekomplexes einen Mietvertrag über eine Wohnung abgeschlossen. Daneben  können von einem Dienstleistungsanbieter verschiedene Dienste (z. B. hauswirtschaftliche Hilfen, Essen auf Rädern, Hol- und Bringdienste, Beratung und Vertretung gegenüber Behörden) abgerufen werden. Die Praxis hat sich so entwickelt, dass mit einer sogen. Betreuungspauschale ein 24-stündiger Notrufdienst und die Vorhaltung von Beratungs- und Hilfediensten abgegolten werden. Die individuell in Anspruch genommenen Hilfedienste werden gesondert berechnet.

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Probewohnen

Selbstverständlich haben Sie aber auch die Möglichkeit, sich Häuser der oben genannten Arten anzusehen, um zu beurteilen, welche Heimart für Sie in Frage kommt. Viele Häuser bieten die Möglichkeit des sogenannten Probewohnens an. Dies kann die Wahl der Heimart erleichtern.

Selbst wenn die meisten dieser Fragen von Ihren Gesprächspartnern positiv beantwortet wurden, sollten Sie zur Prüfung des Klimas im Heim und der Qualität des Leistungsangebots von der Möglichkeit des sogenannten Probewohnens Gebrauch machen, das eine Vielzahl von Häusern Heimbewerbern anbietet.

Die Träger von Altenwohnheimen haben meist innerhalb ihrer Häuser einige Zimmer, die Heimbewerberinnen bzw. – bewerbern zum sogenannten Probewohnen zur Verfügung stehen. Während dieser Zeit des Probewohnens, die individuell mit dem Heimträger auszuhandeln ist, kann die Interessentin bzw. der Interessent durch Teilnahme am täglichen Heimleben selber erproben, ob die Zusagen im Hausprospekt und die Beteuerungen in Gesprächen auch einer Überprüfung durch Miterleben des Heimalltags standhalten. Außerdem kann während dieser Zeit geprüft werden, ob ein Heimleben zusagt und gerade dieses Haus den persönlichen Wünschen und Vorstellungen entspricht.

Sprechen Sie beim Probewohnen oder bei Besuchen im Heim mit Mitgliedern des Heimbeirates oder dem Heimfürsprecher, und erkundigen Sie sich nach den Erfahrungen der Bewohnerinnen und Bewohner in diesem Heim. Fragen Sie auch, ob in diesem Heim eine Heimgruppe der Bundesinteressenvertretung und Selbsthilfeverband der Bewohnerinnen und Bewohner von Altenwohn- und Pflegeeinrichtungen (BIVA) e.V. besteht, und nehmen Sie mit deren Geschäftsstelle Verbindung auf.

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Wartezeiten

Fragen Sie unbedingt nach den Wartezeiten! Manche Heime, vor allem die guten, haben lange Bewerberlisten. Es kann vorkommen, dass Sie mehr als ein Jahr auf Ihren Wunschplatz warten müssen. Insofern macht lohnt es sich, sich frühzeitig zu kümmern.

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An wen kann ich mich wenden bei der Entscheidungsfindung?

Zur Abklärung ganz persönlicher Fragen und zur Lösung bereits aufgetretener oder künftig zu erwartender Probleme steht die Heimaufsicht zur Verfügung. Die Heimaufsicht ist eine bei den Sozialämtern, den Bezirksämtern oder den Versorgungsämtern angesiedelte Behörde, die mit der staatlichen Aufsicht über alle Heime beauftragt ist. Zu ihren Aufgaben gehört u. a. auch die Beratung und Information der Heimbewerberinnen und Heimbewerber sowie der Bewohnerinnen und Bewohner.

Die Heimaufsicht hat die Einhaltung der Vorschriften des Heimgesetzes und seiner Rechtsverordnungen zu überwachen,  Interessierte zu beraten, Missständen entgegenzutreten und Mängel durch Anordnungen und Auflagen zu beseitigen.

Suchen Sie das Gespräch mit der Heimaufsichtsbehörde!Bitten Sie um sachkundige Beratung!

Diese sachkundige Beratung erteilt basierend auf den Eigenerfahrungen der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner, des Vorstandes der BIVA und ihrer Geschäftsführung auch die Bundesinteressenvertretung und Selbsthilfeverband der Bewohnerinnen und Bewohner von Altenwohn- und Pflegeeinrichtungen (BIVA) e.V..

Die BIVA ist die einzige bundesweite Bewohnerorganisation und versteht sich als Sachverwalter der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner und deren Sprachrohr nach innen und außen. Sie berät die Heimbeiräte und Heimfürsprecher bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben und ihre Mitglieder  bei Einzelproblemen. Außerdem steht sie in ständigem Kontakt zu den staatlichen Stellen auf Bundes- und Landesebene, die für die Heimgesetzgebung und ihre Umsetzung zuständig sind. Deshalb sollte die Mitgliedschaft in einem eigenen Interessenverband für die Bewerberinnen und Bewerber um einen Heimplatz sowie für jede Heimbewohnerin und jeden Heimbewohner eine Selbstverständlichkeit sein.

Selbstverständlich gibt es zu speziellen Themen auch Experten, an die sie sich vertrauensvoll wenden können, z.B.

  • bei Gesundheitsfragen: Ihr Hausarzt
  • bei dementiellen Veränderungen: die Alzheimer-Gesellschaften (vor Ort oder - falls es keine regionale Organisation gibt: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
    Friedrichstr.236, 10969 Berlin, Tel.: 030-25 93 79 5-0, Fax: 030-25 93 79 5-29,
     Geschäftsführerin
    Frau Sabine Jansen)
  • bei Fragen zu sonstigen Aktivitäten und Unterstützung für ältere Menschen vor Ort: die Seniorenvertretungen

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Eigene Möbel

In diesem Zusammenhang ist auch zu klären, ob und in welchem Umfang Sie Ihre eigenen Möbel mitbringen können. Jeder Umzug aus dem eigenen Haus oder der eigenen Wohnung bedeutet gleichzeitig auch einen Verzicht auf liebgewonnene Möbelstücke und Inventar. Um hierbei keine Enttäuschung zu erleben, sollten Sie die Frage unbedingt vorher ansprechen und abklären.

Vor allem bei Pflegeheimen ist zu erfragen, ob die Bewohner in Einzelzimmern oder in 2-Bett-Zimmern die Möglichkeit haben, eigene Möbel mitzubringen.

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Haustiere

Es ist bekannt, dass Haustiere für ältere Menschen eine große Bedeutung haben. Daher sollte die Aufnahme in ein Heim möglichst nicht auch noch den Verlust eines lieb gewonnenen Haustieres zur Folge haben. Es ist daher sinnvoll, im Heimvertrag Regelungen zur Tierhaltung zu treffen.

Ein grundsätzlicher Ausschluss der Tierhaltung ist rechtlich unwirksam, da er übermäßig in die Freiheitsrechte des Bewohners eingreift.

Es kann jedoch vorkommen, z.B. durch die Belange der übrigen Mitbewohner, dass sich Tiere nicht in jedem Zimmer oder jeder Einrichtung halten lassen. In solchen Fällen haben sich Besuchsdienste - vor allem mit Hunden - bewährt.

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Kostenvereinbarungen

Im Hinblick auf die Leistungen der Pflegeversicherung ist bei jedem Heim auch zu fragen, ob es eine von den Kostenträgern (Pflegekassen und Sozialhilfeträger) zugelassene Einrichtung ist und mit diesen Leistungs- Qualitäts- und Vergütungsvereinbarungen für die stationäre und/oder ambulante Pflege abgeschlossen hat. Diese Verträge bzw. Vereinbarungen sind Voraussetzung dafür, dass bei Pflegerbedürftigkeit Pflegeleistungen und ggf. auch Sozialhilfe gezahlt werden. Hat das Heim keine entsprechenden Vereinbarungen abgeschlossen, muss die Bewohnerin bzw. der Bewohner die Pflegeleistungen zunächst selbst bezahlen und erhält von der Pflegekasse nur einen Teil des gesetzlichen Betrages erstattet. Daher ist die Frage nach dem Abschluss dieser Vereinbarungen mit den Kostenträgern wichtig.

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Träger des Heims

Gibt es in dem von Ihnen ausgesuchten Ort in der von Ihnen bevorzugten Wohngegend nur ein Heim, das nach seiner Art für Sie persönlich in Frage kommt, haben Sie keine Auswahl zu treffen. Ihnen bleibt nur diese eine Einrichtung.

Verfügt die von Ihnen ausgewählte Stadt/Gemeinde in der gewünschten Wohngegend aber über mehrere Häuser der in Frage kommenden Art, müssen Sie eine Auswahl treffen.

Es bieten sich verschiedene Auswahlkriterien an:

Zunächst ist die Trägerschaft abzuklären. Man unterscheidet:

  • öffentliche Träger

Hier sind die Kommunen (Städte und Gemeinden) Betreiber der Einrichtung. In der Regel werden diese in Form einer Gesellschaft betrieben.

  • kirchliche Träger

Hier sind die Kirchen (Caritas, Diakonie und andere Religionsgemeinschaften) Träger der Einrichtung. In der Regel werden diese in Form eines gemeinnützigen Vereins oder einer Gesellschaft betrieben.

  • freigemeinnützigem Träger

Hier sind Träger gemeinnützige Vereine oder Wohlfahrtsverbände.

  • privat-gewerblichem Träger

Hier wird das Heim von Privatpersonen (Einzelperson oder Personenmehrheiten) oder Gesellschaften (GmbH u. a.) betrieben.

Aus der Trägerschaft kann kein Schluss auf die Qualität des Leistungsangebots eines Heimes gezogen werden. Diese ist vielmehr abhängig von der persönlichen und fachlichen Qualifikation und der Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der baulichen Beschaffenheit und der Sachausstattung des jeweiligen Heims und nicht zuletzt von der Professionalität der Betriebsmanagements.

Oftmals gehören die Träger einem Spitzen- , Dach-, oder Interessenverband an. Dies ist durch Nachfrage zu erfahren.

Träger, die mehrere Häuser betreiben, verwalten das Heim von einer Zentrale (Verwaltungsbüro, Dienststelle u. ä.) aus. Für die Umsetzung seiner organisatorischen und irtschaftlichen Vorgaben im jeweiligen Heim, den Kontakt zum Heimbeirat bzw. Heimfürsprecher und zu den Bewohnerinnen und Bewohnern ernennt der Heimträger eine Heimleiterin bzw. einen Heimleiter. Diese sind im Heimalltag direkte Ansprechpartner für die Bewohner. Vertreter des Trägers, der seinen Verwaltungssitz oft nicht am gleichen Ort hat, in dem das Heim liegt, das er betreibt, haben im allgemeinen keinen direkten persönlichen Kontakt zu den Bewohnern.

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Leistungsangebot

Jedes Heim ist gesetzlich verpflichtet, Interessenten über die Ausstattung und das Leistungsangebot sowie das hierfür geforderte Entgelt zu informieren. Außerdem hat es auf die Möglichkeiten späterer Leistungs- und Entgeltveränderungen hinzuweisen.

Heimgesetz und Pflegeversicherungsgesetz verpflichten die Heimträger, die Leistungen nach den Bereichen Unterkunft, Verpflegung und Betreuung im einzelnen zu beschreiben und die hierauf entfallenden Entgeltbestandteile anzugeben. Entsprechendes gilt für die zusätzlichen Leistungen, die in der Regel in einer gesonderten Liste aufgeführt sind.

Da die Pflegekassen nur für den Bereich der Pflege bis zu einer bestimmten Höhe Finanzierungsbeiträge leisten, ist es wichtig, dass die Leistungen für Unterkunft und Verpflegung (d. h. die sogenannten Hotelkosten) sowie die zusätzlichen Leistungen, die von den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst zu tragen sind, gesondert aufgeführt werden. Dies gilt auch für die Bewohner, die (noch) keine Pflegeleistungen in Anspruch nehmen.

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Verpflegung

Bei der Prüfung des Leistungsangebotes sollten Sie auf Ihre persönlichen Wünsche und Bedürfnisse achten. Dies können z. B. sein

im Bereich der Verpflegung:

  • Anzahl und Umfang der angebotenen Mahlzeiten (Auswahlmöglichkeiten)
  • Selbstversorgungsmöglichkeiten
  • Essenszeiten im Speisesaal oder im Appartement
  • Schonkost
  • Diätkost
  • vegetarische Kost
  • koschere Kost

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Betreuung

Im Bereich der Betreuung kann es ankommen auf:

  • hauswirtschaftliche Hilfen
  • Hilfen bei den täglichen Verrichtungen
  • Pflegeleistungen im Fall von Pflegebedürftigkeit durch einen heimeigenen oder auch externen Pflegedienst
  • vorbeugende Pflege
  • aktivierende Pflege
  • rehabilitative/ wiederherstellende Pflege
  • besondere medizinische Betreuung
  • therapeutische Einrichtungen (z. B. Gymnastik/Massagen)
  • Freizeitangebote auf den Gebieten Kreativität, Kultur, Musik und Literatur
  • Schwimmbad
  • Fahrdienste (z. B. durch Hausbus)

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Zustand des Gebäudes, der Räume und der gesamten Anlage

Ferner ist auch der bauliche Zustand des Hauses zu beachten. Die Heimmindestbauverordnung enthält zwar Vorgaben für die räumliche Ausgestaltung eines Hauses, sie sagt aber nichts über dessen Qualität. Insbesondere ist in diesem Zusammenhang auf folgendes zu achten:

  • Kann die Zimmertemperatur nach eigenen Bedürfnissen reguliert werden (Thermostate an den Heizkörpern) ?
  • Auf welche maximale Raumwärme ist die Heizungsanlage eingestellt (persönlicher höherer Wärmebedarf als üblich) ?
  • Sind Fenster und Balkontüren so isoliert, dass keine Zugerscheinungen auftreten ?
  • Sind trotz vorhandener Personenaufzüge die Treppen zu den einzelnen Stockwerken im Notfall leicht begehbar ?
  • Wie ist die Fußbodenbeschaffenheit (Rutschgefahr, Wellen schlagende Teppichböden u. ä.)?
  • Sind die Gemeinschaftsräume leicht und ohne größere Wegstrecken erreichbar?
  • Können Rollstühle auch auf die Balkone und in die Gemeinschaftsräume gefahren werden ?
  • Sind vorhandene Badewannen altersgerecht gestaltet?
  • Sind die Einkaufseinrichtungen auch für Behinderte leicht erreichbar?
  • Welche Außenanlagen sind vorhanden? Sind sie auch für Rollstuhlfahrer erreichbar?

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Freie Arztwahl

Fragen Sie danach, wie die ärztliche Versorgung (Hausarzt, Zahnarzt, Augenarzt usw.) sichergestellt wird. Eine freie Arztwahl muss gewährleistet sein!

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Personal

Wichtig ist auch die Ausstattung mit Personal. Erkundigen Sie sich, welche berufliche Qualifikation die leitenden Angestellten und die sonstigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitbringen, ob z.B. ausgebildete Altenpflegerinnen  und Altenpfleger beschäftigt werden und wie der Personalschlüssel im Pflegebereich aussieht, d. h. wie das Verhältnis von Pflegepersonal zu pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohnern ist. Daraus können Sie ersehen, ob ggf. genug Zeit für Gespräche zur Verfügung steht.

Schließlich ist zu klären, wieweit in der ins Auge gefassten Einrichtung der Gedanke der Partnerschaft zwischen Heimträger und Heimbewohner ausgeprägt ist.  Partnerschaft bedeutet die respektvolle Achtung der Würde der älteren  Menschen und die Berücksichtigung ihrer Interessen und Belange unter Beachtung des Grundsatzes: Nur soviel Reglementierung wie nötig, soviel Freiraum wie möglich. Dies kann in Gesprächen mit der Heimleitung, den Heimbeiratsmitgliedern oder dem Heimfürsprecher sowie den Bewohnerinnen und Bewohnern in Erfahrung gebracht werden.

Lassen Sie sich auch die Hausordnung aushändigen. Prüfen Sie genau, wieweit hierin der Tagesablauf der Bewohner reglementiert wird (z. B. Ausgangszeiten, Besuchsregelung, Hausschlüssel, Tierverbot) und ob Sie mit solchen evtl. Einschränkungen leben wollen.

Die Atmosphäre eines Heimes ist entscheidend dafür, ob man sich darin wohl fühlt und das Heim als sein Zuhause empfinden kann.

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Heimkosten

Mit den Heimkosten werden die Leistungen abgegolten, die das Heim anbietet. Der Heimträger ist gesetzlich verpflichtet, seine Leistungen nach Art, Inhalt und Umfang im einzelnen zu beschreiben und die hierauf im Einzelnen entfallenden Entgelte gesondert anzugeben. Diese Angaben müssen im Heimvertrag stehen.

Heime, die Pflegebedürftige betreuen, dürfen nur die Kostensätze berechnen, die in den Vereinbarungen zwischen den Pflegekassen, dem Sozialhilfeträgern und dem Heimträger für Unterkunft, Verpflegung, Pflege und Zusatzleistungen ausgehandelt wurden. Sie sind gestaffelt nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit. Wenn Pflegebedürftigkeit festgestellt wird, übernimmt die Pflegekasse je nach Grad der Pflegebedürftigkeit die Kosten für die Pflege im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen betragsmäßigen Höchstgrenzen. Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung (sogen. Hotelkosten) und die Zusatzleistungen sowie die über die Höchstgrenzen hinaus gehenden Kosten für die Pflege sind von der Bewohnerin bzw. dem Bewohner selbst aufzubringen.

Können Sie das Heimentgelt nicht aus Ihrem eigenen Renten- oder Pensionseinkommen oder sonstigem Einkommen bezahlen, kann über das Sozialamt ein Zuschuss (Sozialhilfe, Wohngeld) beantragt werden. Auskünfte hierüber erteilen die örtlich zuständigen Sozialämter.

Will man also Preisvergleiche anstellen, muss man die Leistungsangebote gegenüberstellen. Innerhalb der oben genannten Heimarten sind die Leistungen in der Regel vergleichbar. Wichtig für Sie ist festzustellen, welches Entgelt das von Ihnen ins Auge gefasste Haus für die von Ihnen gewünschten oder benötigten Leistungen fordert.

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Kaution/Wohndarlehen

Manche Heime, vor allem Wohnheime, verlangen ein Wohndarlehen und/oder eine Kaution. Wohndarlehen müssen zuruckgezahlt oder mit dem Entgelt verrechnet werden. Sie sind mit mindestens 4% zu verzinsen, es sei denn, die Zinseinsparung wird bei der Entgeltberechnung berücksichtigt. Dies muss nachgewiesen werden. Wohndarlehen dürfen für den Bau, den Erwerb, die Instandsetzung, die Ausstattung oder den Betrieb des Heimes verwendet werden. Die Kaution darf höchstens zwei Monatsmieten betragen und muss mit dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz verzinst werden. Außerdem muss die Kaution auf einem gesonderten Konto, d. h. getrennt vom Vermögen des Heimträgers, angelegt werden. Von Versicherten der Pflegeversicherung und von Personen, die Sozialhilfe empfangen, darf keine Kaution verlangt werden. Lassen Sie sich außer dem Heimprospekt auch Muster des Anwartschaftsvertrages, des Heimvertrages, der Heimordnung sowie die Aufstelung der Kosten für die einzelnen Leistungsbereiche geben oder zusenden. Achten Sie darauf, das keine Anmeldungsgebühr verlangt wird.

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Preissteigerungen

Erkundigen Sie sich auch, in welcher Höhe in den letzten Jahren Preissteigerung zu verzeichnen waren. Stellen Sie durch Nachfrage fest, ob der Heimbeirat bei der Veränderung des Heimentgeltes mitgewirkt hat, d. h., wieweit er im Vorfeld der Kostenanpassung in die Entscheidung mit eingebunden war.

Näheres zum Entgelterhöhungsverfahren finden Sie hier.

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Interessenvertretung innerhalb des Heims

Zum Schutz der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner wurden das Heimgesetz und seine Rechtsverordnungen erlassen. Von diesen ist insbesondere die Heimmitwirkungsverordnung wichtig.

Die gesetzlich vorgeschriebene Mitwirkung - nicht Mitbestimmung! - wird durch den Heimbeirat oder, wenn ein solcher nicht gebildet worden ist, durch den Heimfürsprecher wahrgenommen. Die Mitglieder des Heimbeirates werden alle 2 Jahre von den Bewohnerinnen und Bewohnern gewählt, der Heimfürsprecher wird amtlich bestellt. Seit dem 01.01.2002 können auch Angehörige und sonstige Vertrauenspersonen in den Heimbeirat gewählt werden. Die Mitwirkung betrifft u. a. die Abfassung der Heimverträge, die Mitsprache bei der Veränderung der Heimkosten, die Aufstellung der Heimordnung sowie die Mitgestaltung des Heimlebens.

Die Bundesregierung hat zur Information über das Heimgesetz eine Broschüre herausgegeben mit dem Titel "Ihre Rechte als Heimbewohnerinnen und Heimbewohner". Sie kann kostenlos bezogen werden bei der Presseabteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Postfach, 53113 Bonn oder online bestellt werden (http://www.bmfsfj.bund.de/root.html)

Diese Broschüre enthält auch den vollständigen Text des Heimgesetzes sowie der Rechtsverordnungen, wovon vor allem die Heimmitwirkungsverordnung die Bewohnerinnen und Bewohner unmittelbar betrifft.

Für Heimbewohner wichtig ist ferner die im Sozialgesetzbuch XI (SGBXI) geregelte Pflegeversicherung mit den jüngsten Ergänzungen durch das Pflege-Qualitätssicherungsgesetz.

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Datenschutz

Bevor Sie sich in eine Warteliste aufnehmen lassen, einen Anwartschaftsvertrag oder einen Heimvertrag unterschreiben, prüfen Sie bitte erst, welche Angaben man von Ihnen verlangt. Sie müssen nur das ausfüllen bzw. angeben, was der Heimträger für eine Heimaufnahme aus sachlichen Erwägungen wissen muss, so z. B.

- Personalien

- anzusprechende Angehörige

- Krankenversicherung/ Pflegeversicherung

- Selbstzahlerin bzw. Selbstzahler oder nicht

- evt. Bankverbindung wegen Einzugsermächtigung

Angaben zur Gesundheit gehören in den ärztlichen Fragebogen nach entsprechender ärztlicher Untersuchung.

 Angaben über Ihre Einkommens- und Vermögenssituation sind nicht zu machen.

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